GESCHICHTE des KAMERADSCHAFTSBUNDES OBERTUM AM SEE:

 

Im April 1896 beschlossen die Proponenten Johann Költringer (Altenbergerbauer), Jakob Kaiser, Johann Strasser, Johann Zagler und Gemeindearzt Christian Custrini, einen karitativen Verein zu gründen, da sehr viele in der Gemeinde dem Armenverband angehörten und noch im K.K.Heer dienten. 

 

Im Mai 1896 bescheinigte der K.K. Statthalter die Gründung des „Militär-Veteranenvereins Obertrum“. Die Veteranen und Waffengefährten waren durch den militärischen Kameradschaftssinn und die Liebe zu Gott, Kaiser und Vaterland verbunden. Sie unterstützten sich gegenseitig in Krankheit und bei Sterbefällen.

 

In den Jahren von 1896 bis 1924 waren Johann Költringer, Johann Pötzelsberger, Jakob Strasser, Franz Bauerstätter und Paul Wirthenstätter die Obmänner. Von 1924 bis 1949 führte Franz Strasser den Verein. 1926 konnte erstmals eine Vereinsfahne angeschafft werden, Stifterin war Maria Brandstätter, Fahnenmutter bis 1971. Bei der Gründung umfasste der Verein 11 Mitglieder und wuchs mit Ende des 1. Weltkrieges auf rund 100 Mitglieder an.

  

1939 wurde der Verein vom NS-Regime zwangsweise aufgelöst und der „Nationalsozialistischer Deutscher Reichskriegerbund (Kyffhäuser)“ eingeführt. Nach Kriegsende scharten sich die heimkehrenden Kriegsteilnehmer aber um Obmann Strasser. Die amerikanische Militärbehörde duldete den Zusammenschluss der Heimkehrer und erlaubte 1949 wieder die Vereinsgründung. Der Verein wurde bei der Neugründung als „Heimkehrerkameradschaft Obertrum“ bezeichnet und Johann Reichl (Dopplerbauer) wurde Obmann. 1923 wurde das erste Kriegerdenkmal und im Mai 1949 das zweite Denkmal errichtet und eingeweiht. Bei der Kaiserbuche wurde im selben Jahr von den vier Haunsberger Kameradschaften Anthering, Lamprechtshausen, Nußdorf und Obertrum ein Gedächtniskreuz errichtet, zur Erinnerung an die Gefallenen und Vermissten und als Dank für die glückliche Heimkehr vom Krieg. Der Einweihungsfeier wohnten über 4000 Personen teil. Alle fünf Jahre wird dort eine Gedächtnisfeier abgehalten. 

 

Ab Einführung der allgemeinen Wehrpflicht im Jahr 1955 wurden auch Bundesheer-Reservisten nach Ableistung des Präsenzdienstes in die Kameradschaft aufgenommen, um den Fortbestand des Vereines zu sichern. Der Verein wurde umbenannt in „Kameradschaftsbund Obertrum“.

  

1983 übernahm Thomas Gschaider als Obmann den Verein wurde für sein verdienstvolles Wirken zum Ehrenobmann ernannt. 1996 feierte der Verein sein 100-jähriges Gründungsfest mit Fahnenweihe. Hedwig Reibersdorfer, seit 1975 Fahnenmutter, stiftete eine neue Vereinsfahne. Bei der Mitgliederversammlung 2005 verlieh der Kameradschaftsbund der Fahnenmutter die Ehrenmitgliedschaft.

  

Von 1992 bis 2016 war Johann Lindner Obmann des Vereines und wurde nach seiner Amtsübergabe zum Ehrenobmann ernannt. Seit 2016 führt Johann Angerer als Obmann den Kameradschaftsbund Obertrum am See.